Atari Portfolio


Fakten:


Der Atari Portfolio

Schon vor dem Verkaufsstart im August 1989 wurde viel von dem neuen Minicomputer geredet. Nur einmal war er vor dem Verkaufsstart der Öffentlichkeit präsentiert worden, auf der CeBit im März 1989 und auch dort nur unter einer durchsichtigen Plexiglashaube verborgen.

Aber Atari hatte nicht zuviel versprochen. Der nur knapp 500 Gramm schwere Minicomputer bot für die damalige Zeit Spitzenleistung und unterstrich den Slogan der Firma "Power without the price". Für ca. 800 DM bekam man das ca. 19,7 cm lange, 9,8 cm breite und 2,6 cm hohe graue Kästchen, welches mit modernster PC-Technologie gefüllt war.

Mit dem stromsparenden Prozessor 80C88 von Intel lässt sich der Portfolio mit drei 1,5 Volt Batterien bis zu acht Wochen betreiben. Auch verfügt der kleine Taschencomputer über ausreichend Arbeitsspeicher: seine von Werk 128 KB lassen sich auf bis zu 640 KB erweitern. Allerdings wird ein Teil des Speichers für eine interne RAM-Disk abgezweigt, dessen Größe sich nahezu beliebig einstellen lässt. 

In dem 256 KB großen ROM befinden sich mehrere Anwendungsprogramme: ein Adressen- sowie ein Telefonverzeichnis, ein Textverarbeitungsprogramm, ein Kalkulationsprogramm (kompatibel zu Lotus 1-2-3), ein Kommunikationsprogramm und natürlich ein Terminkalender.

Auch für eine Speichermöglichkeit wurde gesorgt. An der linken Seite des Portfolio befindet sich ein kleiner Schlitz, mit dem der Taschencomputer mit Speicherkarten von bis zu 128 KB versorgt werden kann. Diese Speicherkarten simulieren vom Prinzip her Disketten, sie können, wie auch Disketten wiederbeschrieben werden. Ein Diskettenlaufwerk wäre zwar schön gewesen, aber auch zu groß und zu schwer.

An der rechten Seite des Portfolio befindet sich eine Kombination aus einer seriellen RS232 Schnittstelle und einer parallelen Centronics Schnittstelle, die mit ihren 60 Pins den Anschluss an einen richtigen PC oder auch an einen Atari ermöglicht.

Die Tastatur des Portfolio ist erstaunlich gut, die leicht nach oben gewölbten Tasten signalisieren einen deutlichen Druckpunkt. 

Der Supertwist-LCD Bildschirm bietet eine augenschonende und klare Darstellung von bis zu 320 Zeichen gleichzeitig (8 Zeilen á 40 Zeichen). Den Kontrast des Displays kann man per Tastendruck regeln.

Aber auch ein Gerät von Atari hatte seine kleinen Mankos: Der Portfolio konnte zwar mit jeder beliebigen Taste gestartet werden, doch ausschalten ließ sich der Taschencomputer nur mit einem DOS-Befehl, was oftmals vergessen wurde.

Nach kurzer Zeit wurde diese Eigenschaft allerdings verbessert. Nun lässt er sich mit einem Tastendruck ausschalten und falls das trotzdem noch vergessen werden sollte, schaltet sich der Minicomputer auch selbstständig aus.